Künstler über Kunst Kunst im Blickpunkt Manifeste Traktate Anekdoten Literatur Datenbank Glossar Impressum
Startseite Traktate Wackenroder, W.H. Herzensergießungen...

Traktate


Alberti, Leon Battista Bill, Max Blondel, Franšois Cellini, Benvenuto Cennini, Cennino Le Corbusier Corinth, Lovis Dietterlin, Wendel Dürer Leonardo Lessing, Gotthold Ephraim Mander, Karel van Marc, Franz Sandrart, Joachim von Vitruv Wackenroder, W.H.

Herzensergießungen... Phantasien über die Kunst

Weblog Sitemap Gästebuch

Herzensergießungen...

Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders

Erstdruck: Berlin (Johann Friedrich Unger) 1797.
Von Tieck stammen nur vier der insgesamt achtzehn Stücke:
»An den Leser dieser Blätter« (Vorrede),
»Sehnsucht nach Italien«,
»Brief des jungen Florentinischen Malers Antonio an seinen Freund Jacobo in Rom« und
»Brief eines jungen Malers in Rom an seinen Freund in Nürnberg«.
Außerdem besorgte Tieck die redaktionelle Überarbeitung des Manuskripts.

"Durch einen seltsamen Zufall hat sich folgendes kleine Blatt bis jetzt bei mir aufbewahrt, das ich schon in meiner frühen Jugend niederschrieb, als ich vor dem Wunsche, endlich einmal Italien, das gelobte Land der Kunst, zu sehen, keine Ruhe finden konnte.

Bei Tage und in der Nacht denkt meine Seele nur an die schönen, hellen Gegenden, die mir in allen Träumen erscheinen, und mich rufen. Wird mein Wunsch, meine Sehnsucht immer vergebens sein? So mancher reist hin und kommt zurück, und weiß dann nicht, wo er gewesen ist, und was er gesehen hat, denn keiner liebt so innig das Land mit seiner einheimischen Kunst.

Warum liegt es so fern von mir, daß es mein Fuß nicht in einigen Tagereisen erreichen kann? Daß ich dann vor den unsterblichen Werken der großen Künstler niederknie und ihnen alle meine Bewunderung und Liebe bekenne? Daß ihre Geister es hören, und mich als den getreusten Schüler bewillkommen? –

Wenn zufällig von meinen Freunden die Landkarte aufgeschlagen wird, muß ich sie immer mit Rührung betrachten; ich durchwandre mit meinem Geiste Städte, Flecken und Dörfer, – ach! und fühle nur zu bald, daß alles nur Einbildung sei.

Wünsch ich mir doch kein glänzendes Glück dieser Erde; aber soll es mir auch nicht einmal vergönnt sein, dir, o heilige Kunst, ganz zu leben?"
_________________

Vollständiger Text hier >>>