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Libro dell'arte o trattato della peintura

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Libro dell'arte o trattato della peintura

1390

Berühmt und bis heute bedeutend ist Cennini als Verfasser eines Handbuches über die Malerei, dem Libro dell'arte o trattato della peintura. Dieses vermutlich 1390 geschriebene, zunächst durch Abschriften verbreitete Handbuch, war das einflußreichste Lehrbuch über die Malerei des Spätmittelalters. Es ist heute von immenser kulturgeschichtlicher und kunstgeschichtlicher Bedeutung.

Auch wenn es etwa aus dem 9. Jahrhundert das Werk Mappae Clavicula gab und aus dem 12. Jahrhundert das Werk des Mönches und Goldschmiedes Theophilus Presbyter De Artibus Diversibus über Malerei, Fensterglasmalerei und die Goldschmiedekunst, so ist Cenninis Werk das erste Buch, in dem ein professioneller Künstler ausführlich die Geheimnisse des Handwerks der Malerei preisgab.

Cennini stand in der Tradition, die auf Giotto di Bondone im späten 13. Jahrhundert zurückgeht. Giotto, der von vielen Kunsthistorikern als Begründer der Malerei der Renaissance in Italien betrachtet wird, hatte von seinem Meister Cimabue alle handwerklichen Fähigkeiten gelernt, die dieser von griechischen Ikonenmalern gelernt hatte, sie aber erweitert um damals radikale Ideen über die Mischung von Farben und das Geschichtenerzählen mit Bildern. Gaddo Gaddi, der eng mit Giotto zusammengearbeitet hatte, lehrte seinen Sohn Taddeo Gaddi die Kunst, der sie wiederum an seinen Sohn Agnolo Gaddi weitergab, in dessen Werkstatt Cennini 12 Jahre lernte und arbeitete.

Die Lebensbeschreibung von Cenninis Lehrmeister Agnolo Gaddi, des Autors Giorgio Vasari, ist auch die wichtigste, aber knappe Quelle über Cenninis Leben (neben seinem eigenen Buch). Danach erhielt er den ersten Malunterricht von seinem Vater, später war er Mitglied der Werkstatt von Gaddi, wo er die Technik des Malens von grotteschi erlernte.

Eine Handschrift des Werkes wurde im frühen 18. Jahrhundert in der Bibliothek des Vatikans entdeckt, 1821 in Italien gedruckt, 1844 von Marry Merrifield ins Englische übersetzt, 1858 in Französische, und 1871 von Albert Ilg ins Deutsche. Das Buch erschien auf Deutsch in Wien 1871.

Die im Vatikan aufgefundene Handschrift war im Postscriptum mit dem Datum 31. Juli 1437 versehen und enthielt dort die Bemerkung "ex Stincarum, ecc", wobei "Stinker" der Spitznamen des Gefängnisses von Florenz war. Diese Strafarbeit eines des Schreibens kundigen Gefangenen veranlasste Kunsthistoriker zunächst zu glauben, Cennini selbst sei dort im Gefängnis gesessen und habe dort wie Marco Polo die Zeit für das Verfassen des Werkes genutzt.

Neben grundsätzlichen Ausführungen zur Malerei beinhaltet das Buch eine Fülle handwerklicher Beschreibungen, Rezepte für die Herstellung von Farben, Angaben über Rohstoffe, so z.B. dass die Meister des 13. und 14. Jahrhunderts für zu bemaldende Holztafeln Feigenholz für gut geeignet befanden, die Grundierung von Leinwänden, grundlegende Techniken, etwa wie man mit Hilfe von durchsichtig gemachten nämlich dünngeschabten und mit Leinöl getränktem Ziegenpergament eine Meisterzeichnung kopiert, Zinn zu vergolden um alte Gemälde aufzufrischen, aus Käse oder Kalk Leime herzustellen, wie man grüne Farbe mit Hilfe von Weinessig aufbessert.

Dieser Schatz an Kenntnissen und Techniken erschloss erst wieder das vergessene Handwerk der Malerei dieser Zeit. Neben einer Bibel der Kunsthistoriker und der Restauratoren ist das Buch aber auch zur Bibel der Kunstfälscher geworden. So greift der bekannte Kunstfälscher Eric Hebborn in seinem Buch The Art Forger's Handbook auf viele Rezepte Cenninis zurück.

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Das vollständige Traktat in englischer Übersetzung hier>>>