Tzara, Tristan

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Tristan Tzara, eigentlich Samuel Rosenstock (* 16. April 1896 in Moinești, Rumänien; † 24. Dezember 1963 in Paris) war ein rumänischer Schriftsteller und Mitbegründer des Dadaismus.

 

1912 (während Tzara noch im Gymnasium war) veröffentlichte er die Zeitschrift „Simbolul“ mit Hilfe von Marcel Janco und Ion Vinea. Er begründete 1916 mit Hans Arp und Hugo Ball die Zürcher Gruppe des Dadaismus. Tzara schrieb die ersten Dada-Texte (unter anderem La Première aventure céleste de Monsieur Antipyrine, 1916; Vingt-cinq poèmes, 1918: Sept manifestes Dada, 1924) und beteiligte sich an den Aufführungen im Cabaret Voltaire. Er erfand das Simultangedicht, beispielsweise das Werk L'Amiral cherche une maison à louer.

 

1919 zog Tzara nach Paris um und beteiligte sich an den Aktivitäten des Pariser Dadaismus, unter anderem mit André Breton, Philippe Soupault und Louis Aragon. Die Gruppe schockierte die Öffentlichkeit mit dem Versuch der Desintegration der Sprachstruktur. Ungefähr um 1930 wandte er sich der mehr konstruktiven Aktivität des Surrealismus zu (1931: Essai sur la situation de la poésie, Der approximative Mensch, 1933: L'Antitête, 1935: Grains et issues).

 

Später kämpfte er mit im spanischen Bürgerkrieg, nahm an kommunistischen Tätigkeiten und im Zweiten Weltkrieg an der französischen Widerstandsbewegung, Résistance, teil. Nach dem Krieg wandte er sich gegenwartsbezogeneren Themen und existenziellen Problemen zu (1946: Terre sur terre, 1950: De Mémoire, Parler seul, 1953: La Face intérieure).

 

Sein Talent und seine Aktivitäten bezogen sich vor allem auf die Organisation von Dada, weniger auf bleibende künstlerische Darstellungen.

 

Tristan Tzara wurde auf dem Cimetière Montparnasse in Paris (Frankreich) beigesetzt.