1918 Schmalhausen

Nach oben  Zurück  Weiter

In einer polemischen Abschiedsbotschaft bereitet sich Grosz auf die Aufgaben vor, die ihm die Gegenwartsfragen nach Kriegsende stellen. Er greift die geistige Banalität des Alltagslebens an, beißend und scharf wie Hogarth, Goya und Daumier. Die klassizierenden Tendenzen in Frankreich erscheinen Grosz, der aus einem unruhigen und gärenden Deutschland kommt, wie Vorspiegelungen falscher Tatsachen.

 

 

 

GEORGE GROSZ

 

Quelle: George Grosz, Brief an Otto Schmalhausen vom 22. April 1918, Privatbesitz (Auszug)

 

 

 

[...] hoffentlich kommst du zur klaren Arbeit, mathematisch diszipliniert, es gilt: endgültig mit den französisch flauen Traditionen, die alle deutschen Maler fast gänzlich beherrscht hat, aufzuräumen, mit den öden Sentiments- und Flaumalern, den Cézanne, den Picasso und so fort - uns liegen schon die Belgier näher, das Tiefschürfende hinter den Dingen, dies Enträtselnwollen des banalsten Alltags geht mir doch heute die merkwürdige Unbegrenztheit, die vielfältige Wirkung des Umgebenden immer mehr auf [...]