Rodin, Auguste - Zitate

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Auguste Rodin

(1840-1917)


Bildhauer und Grafiker (Frankreich)

 

 


"Welche Geduld, welche Zärtlichkeit verlangt die Kunst! Nichts ohne Arbeit!"

 


"Die Originalität, wie sie ds große Publikum versteht, existiert nicht in der hohen Kunst. Die Künstler, die nicht Geduld genug haben, um zu dem wirklichen Talent vorzudringen, ergeben sich dem Bizarren, der Absonderlichkeit des Themas oder der Formen ohne Rücksicht auf die Wahrheit. Und das nennen sie dann Originalität, aber das hat gar keinen Wert."

 


"Die Inspiration! Hahaha! Das ist ein alte romantische Idee ohne Sinn und Verstand. Die Inspiration, das ist so eine Art von Blitzschlag, der plötzlich einen jungen Menschen von zwanzig Jahren dazu treibt, eine Figur aus dem Marmorblock herauszuhauen, ein Meisterwerk auf den ersten Anlauf zu schaffen, im Delirium seiner Phantasie! Das ist blödsinnig, um so mehr als man schlecht sieht, wenn man jung ist, man liebt die Arbeit nicht, weil man nicht zu arbeiten versteht. Alles, was man in der ersten Hitze bei großer Exaltation macht, muß man nachher zerstören."

 


"Das technische Wissen und Können ist alles, aber gerade das will kein Mensch glauben. Man will lieber an etwas Außerordentliches, an etwas Übermenschliches glauben, als sich der Wirklichkeit fügen. Technisches Wissen, langsame und überlegte Arbeit, das sieht natürlich nicht so schön aus wie die Inspiration, das macht weniger Effekt; aber doch sind hier die einzigen Grundlagen der Kunst."

 


"Alle wesentlichen Formen sind da, und sie wären nicht mehr da, wenn ich die Arbeit dem äußeren Anschein nach mehr vollendete. Das Polieren und Überpolieren der Fußnägel und der Haarlocken würde die Hauptidee, die große Linie, die Seele dessen, was ich habe sagen wollen, verderben."

 


"Ich beobachte mein Modell lange, ich verlange von ihm keine bestimmte Pose, ich lasse es frei im Atelier herumgehen wie ein aus dem Stall entronnenes Pferd und ich halte die Beobachtungen fest, die ich dabei mache."

 


"Die schlechten Künstler sehen immer durch anderer Leute Brillen. Es kommt darauf an, bewegt zu sein, zu lieben, zu hoffen, zu schaudern, zu leben. Mensch zu sein, ehe man Künstler ist!"

 


"Die Kunst verkündet den Menschen ihre Daseinsberechtigung. Sie enthüllt ihnen den Sinn des Lebens, klärt sie über ihre Bestimmung auf, läßt sie in ihrer Existenz sich zurechtfinden."

 


"Malerei, Skulptur, Literatur, Musik stehen einander viel näher, als man im allgemeinen glaubt. sie drücken alle Gefühle der menschlichen Seele der Natur gegenüber aus."

 


"Wenn Gott nicht die Brüste geschaffen hätte, hätte ich nicht gemalt..."

 


„Wenn der Künstler nach dem nackten Körper zeichnet, erweist er der Weiblichkeit Anbetung. Durch die Linien, Formen, Farbe spricht er seine Verklärung aus. Er schafft eine neue Wirklichkeit, die er mit den verführerischsten Reizen streichelt und ausschmückt, und so wird er zu ihrem Geliebten wie sie seine Geliebte".

 


"Häßlich in der Kunst ist das, was keinen Charakter, das heißt weder eine innere noch eine äußere Wahrheit besitzt, ferner das, was, anstatt ausdrucksvoll zu sein, einnehmend oder schön sein möchte, was gekünstelt und gesucht ist, was ohne Grund lächelt, was sich aufdrängt und spreizt."

 


"Überall sehe ich den kubischen Sinn, so daß Flächen und Volumen mir wie das große Gesetz allen Lebens und aller Schönheit erscheinen [...] Ich glaube, daß ich Bildhauer, Realist geblieben bin. Die Schönheit ist nicht ein Ausgangspunkt, sondern ein Resultat; nur dort ist Schönheit, wo Wahrheit ist."

 


"Wenn ein guter Bildhauer menschliche Körper modelliert, so stellt er nicht nur die Muskulatur dar, sondern auch das Leben, das sie erwärmt [...] ja mehr als das Leben [...] die Kraft, die sie geformt und ihnen Anmut oder Stärke, Liebreiz oder ungezähmte Freude schenkte."

 


"Was man allgemein als Hässlichkeit bezeichnet, kann in der Kunst zu großer Schönheit werden."

 


"Kunst ist Vergeistigung. Sie bedeutet die höchste Freude des Geistes, der die Natur durchdringt und in ihr den gleichen Geist ahnt, von dem auch sie beseelt ist. Sie ist ein Genuß für den Verstand, der mit offenen Augen ins Universum schaut und es dadurch von neuem erschafft, daß er es mit Bewußtsein durchleuchtet. Die Kunst ist die erhabenste Aufgabe des Menschen, weil sie eine Übung für das Denken ist, das die Welt zu verstehen und sie verständlich zu machen sucht."

 


"Die Kunst ist weiter nichts als das Studium der Natur. Dieses Studium hat die Antike und die Gotik so groß gemacht. Die Natur ist alles. Wir erfinden, wir schaffen gar nichts."

 


"Sind Sie nun überzeugt, daß die Kunst eine Art Religion ist?"