Léger, Fernand - Zitate

Nach oben  Zurück  Weiter

 

Fernand Léger

(1881-1955)

 


Maler, Grafiker (Frankreich)

 

 


"Die Kunst ist subjektiv. Darüber sind wir uns einig. Aber von einer kontrollierten Subjektivität, die sich auf einen »objektiven« Rohstoff stützt. Dies wenigstens ist meine unerschütterliche Uberzeugung."

 


"Das aktuelle Bild, das aktuelle Kunstwerk - schwer. Das rollende plastische Leben steigt so schnell, daß wir überflutet werden - wir müssen ns auf eine Ebene der Schönheit retten - Vorbei das Weiche, Vage, der Traum, die langen Haare, das Kleinzeug, Mandolinen, Gitarren und Gondeln, alles verschwunden - das neue, objektivierte und realistische Leben entsteht."

 


"Für 'La Grande Parade' habe ich zwei Jahre gebraucht. Meine Vorbereitungen sind aufwendig. Icharbeite extrem langsam. Ich kann nicht improvisieren. Je länger ich mich beobachte, desto klarer wird mir, daß ich in meiner Arbeitsweise sehr klassisch bin. Ich bereite mich lange vor. Zuerst mache ich eine Unmenge Skizzen. Danach arbeite ich weiter mit Gouache, bevor ich mich der Leinwand zuwende. Doch wenn ich damit beginne, bin ich mir zu achtzig Prozent sicher. Ich weiß, wo es langgeht."

 


"Ohne die gegenwärtige Entwicklung mit den wissenschaftlichen Entdeckungen zur Zeit jener Revolution vergleichen zu wollen, die sich am Ende des Mittelalters durch Gutenbergs Erfindung im Bereich der Ausdrucksmittel der Menschheit vollzog, möchte ich doch darauf aufmerksam machen, dass die modernen mechanischen Verfahren - die Farbphotographie, der Cinematograph, die Fülle mehr oder weniger populärer Romane, die Verbreitung des Theaters - die Ausführung eines visuellen, sentimentalen, beschreibenden und allgemein verständlichen Sujets durch die bildende Kunst wirksam ersetzen und künftig überflüssig machen." (1913)

 


"Ich frage mich wirklich: - worauf wollen alle jene mehr oder weniger historischen oder dramatischen Bilder in den französischen ,Salons' angesichts des ersten Bildschirms des Kinos noch Anspruch erheben?" (1913)

 


"Die Photographie erfordert weniger Sitzungen als das Porträt, gibt die Ähnlichkeit getreuer wieder und kostet weniger. Der Porträtmaler stirbt aus, die Genre- und Historienmaler werden nicht ihren schönen Tod sterben, sondern von ihrer Epoche getötet werden." (1913)

 


"Die Spezialisierung ist das Moderne. Die Malkunst, ebenso wie alle anderen Ausdrucksweisen des menschlichen Geistes, muss sich diesem Gesetz unterwerfen. Diese Spezialisierung ist logisch. Indem sie jedem die Beschränkung auf sein eigentliches Ziel auferlegt, erlaubt sie ein Verdichten der Ergebnisse. Dadurch gewinnt die Malkunst an Realismus. Das moderne Konzept liegt folglich nicht in einer vorübergehenden Abstraktion, die nur für einige Eingeweihte taugt, es liegt im Gesamtausdruck einer neuen Generation, deren Bedürfnissen es sich fügt und auf deren Bestrebungen es antwortet." (1913)