Kirchner, Ernst Ludwig - Zitate

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Ernst Ludwig Kirchner

(1880-1938)

 


Maler, Grafiker und Plastiker (Deutschland)

 

 


"Es ist deshalb nicht richtig, meine Bilder mit dem Maßstab der naturgetreuen Richtigkeit zu beurteilen, denn sie sind keine Abbildungen bestimmter Dinge oder Wesen, sondern selbständige Organismen aus Linien, Flächen und Farben, die Naturformen nur soweit enthalten, als sie als Schlüssel zum Verständnis notwendig sind. Meine Bilder sind Gleichnisse, nicht Abbildungen. (2) Formen und Farben sind nicht an sich schön, sondern die, welche durch seelisches Wollen hervorgebracht sind. Es ist etwas Geheimes, was hinter den Menschen und Dingen und hinter den Farben und Rahmen liegt, und das verbindet alles wieder mit dem Leben und der sinnfälligen Erscheinung, das ist das Schöne, das ich suche."

 


"Kunst ist eine geistige Tätigkeit des Menschen, wohl eine der allerersten und ältesten überhaupt, sie ist sowohl bei Schaffenden wie bei Aufnehmenden vorhanden."

 


"Künstler wird man aus Verzweiflung."

 


"Formen und Farben sind nicht an sich schön, sondern die, welche durch seelisches Wollen hervorgebracht sind. Es ist etwas Geheimes, was hinter den Menschen und Dingen und hinter den Farben und Rahmen liegt, und das verbindet alles wieder mit dem Leben und der sinnfälligen Erscheinung, das ist das Schöne, das ich suche." (1925)

 


"Meine Frau sagt immer, ich habe kein derartiges Bild einer Frau je wieder erreicht, und es spielt da bei ihr wohl ein wenig Eifersucht mit, denn auch von ihr gibt es sehr schöne Akte. Aber vielleicht hat sie insofern recht, als die erste tiefe Liebe des Frauenleibes in dieses Bild gekommen ist, die es nur einmal gibt." (Bezug: Weiblicher Halbakt mit Hut, 1911)

 


"Es ist deshalb nicht richtig, meine Bilder mit dem Maßstab der naturgetreuen Richtigkeit zu beurteilen, denn sie sind keine Abbildungen bestimmter Dinge oder Wesen, sondern selbständige Organismen aus Linien, Flächen und Farben, die Naturformen nur soweit enthalten, als sie als Schlüssel zum Verständnis notwendig sind. Meine Bilder sind Gleichnisse, nicht Abbildungen. Formen und Farben sind nicht an sich schön, sondern die, welche durch seelisches Wollen hervorgebracht sind. Es ist etwas Geheimes, was hinter den Menschen und Dingen und hinter den Farben und Rahmen liegt, und das verbindet alles wieder mit dem Leben und der sinnfälligen Erscheinung, das ist das Schöne, das ich suche."

 


"Ich muss zeichnen bis zur Raserei, nur zeichnen. Nur arbeiten, arbeiten und an sonst nichts denken ..."

 


"Die Kunst ist von Menschen gemacht. Seine eigene Gestalt ist das Zentrum aller Kunst, denn für alles Empfinden ist seine Form uns sein Maß Grundlage und Ausgangspunkt... Ich verlange deshalb als erstes für alle Kunstschulen das Aktzeichnen als Hauptfach."

 


"Alle Kunst ist symbolisch. Es gibt zwei Arten, einmal die, die willkürlich gewählten Formen durch Ubereinkunft eine bestimmte Bedeutung gibt: Schrift. Die andere die, die sichtbare Naturformen, die ohne weiteres ihre Bedeutung haben, verwendet: die gegenständliche Kunst. Diese kann durch die Composition dieser Gegenstandsformen unendlich feinere Dinge ausdrücken und verständlich machen als es die erstere kann, wie das Wort die Sprache zu Hilfe nehmen muß."

 


"Formen und Farben sind nicht an sich schön, sondern die, welche durch seelisches Wollen hervorgebracht sind. Es ist etwas Geheimes, was hinter den Menschen und Dingen und hinter den Farben und Rahmen liegt, und das verbindet alles wieder mit dem Leben und der sinnfälligen Erscheinung, das ist das Schöne, das ich suche."

 


"Wenn man Kirchners Zeichnung aufnimmt, wie man einen Brief oder ein Buch liest, das man schätzt, wird man unmerklich den Schlüssel dieser Hieroglyphenschrift ins Gefühl bekommen. Er zeichnet, wie andere Menschen schreiben. Die Hieroglyphe als Ausdruckszeichen für erlebte, bis zu ihrem Energiequellpunkt durchschaute Wirklichkeit hat nichts mit Stilisierung zu tun, sie ist für jedes Ding neu, und jedes Ding ist jedesmal etwas anderes Neues, wenn es in mehreren Bildern wiederkehren sollte. Die Verhältnismäßigkeit seiner Teile und Gliederungen folgt keinem überkommenen oder allgemeinen Bau- oder Ausdrucksgesetz, sondern ist Funktion des Gesamtbildlebens, einer Bewegung und Gliederung der ganzen Fläche, nicht addierende Komposition in einem vorgetäuschten Raum." (Erklärung nach einem Selbstzeugnis unter dem Pseudonym 'Marsalle' in der Zeitschrift 'Genius' 1920 und verstreuten Äußerungen in Briefen)

 


"Aus der Beobachtung der Bewegung kommt mir das gesteigerte Lebensgefühl, das der Ursprung des Kunstwerks ist. Ein in Bewegung befindlicher Körper zeigt mir viele Einzelansichten, diese schmelzen in mir zu einer Gesamtform zusammen, dem inneren Bild... Es ist deshalb nicht richtig, meine Bilder mit dem Maßstab der naturgetreuen Richtigkeit zu beurteilen, denn sie sind keine Abbildungen bestimmter Dinge oder Wesen, sondern selbständige Organismen aus Linien, Flächen und Farben, die Naturformen nur soweit enthalten, als sie als Schlüssel zum Verständnis notwendig sind. Meine Bilder sind Gleichnisse, nicht Abbildungen."

 


"Es werden nicht wie bei den Kubisten Formen der Geometrie verwendet. Die Gestaltung bleibt in der Fläche und täuscht keine Plastik vor. [...] Mit der Gestaltung der Form geht die der Farbe zusammen. Es gibt weder Licht noch Schatten. Einzig die Farben in ihrem Zusammenhang geben das Erlebnis. Alles ist Fläche, und rein spricht der geistige Wert der Farbe. — Da diese Bilder mit Blut und Nerven geschaffen sind und nicht mit dem kalten Verstand, sprechen sie unmittelbar und suggestiv. Sie machen den Eindruck, als habe der Maler viele Gestaltungen eines Erlebnisses übereinandergeschichtet."

 


"Jedes Bild, das ich schaffe, hat seinen Ursprung in einem Naturerlebnis. Hier gilt mir der Satz Dürers: Alle Kunst kommt aus der Natur, wer sie heraus kann reißen, der hat sie. Natur ist für mich alles Sichtbare und Fühlbare in der Welt, der Berg wie das Atom, der Baum und die Zelle, die ihn baut, aber auch alles von Menschen Geschaffene, wie Maschinen usw. Alle biologische, technische, wissenschaftliche Erkenntnis ist wertvoll für meine Arbeit, doch ist mein Verhältnis ein durchaus anderes zu ihr als das des Biologen oder Ingenieurs. Das moderne Licht der Städte, in Verbindung mit der Bewegung der Straßen, gibt mir neue Anregungen. Es breitet sich eine neue Schönheit über die Welt, die nicht in der Einzelheit des Gegenständlichen liegt. Durch die Schulung an diesem so reichen Problem bekam auch die freie Natur draußen ein anderes Gesicht für mein Auge."

 


"Das große Geheimnis, das hinter allen Vorgängen und Dingen der Umwelt steht, wird manchmal schemenhaft sichtbar oder fühlbar, wenn wir mit einem Menschen reden, in einer Landschaft stehen oder wenn Blumen oder Gegenstände plötzlich zu uns sprechen. — Denken Sie: ein Mensch sitzt uns gegenüber, und plötzlich erscheint in dem Gespräch über seine eigenen Erlebnisse dieses Unfaßbare. Es verleiht seinen Zügen seine ureigenste Persönlichkeit und erhebt sie doch gleichzeitig über das Persönliche. Wenn es mir gelingt, mit ihm in dieser, ich möchte fast sagen Ekstase in Verbindung zu treten, kann ich ein Bild malen, und doch ist dieses, so nahe es ihm selbst ist, eine Umschreibung des großen Geheimnisses, und es stellt im letzten Grunde nicht die einzelne Persönlichkeit dar, sondern ein Stück der in der Welt schwebenden Geistigkeit oder des Gefühls."

 


einschlagen als die der reinen Naturnachahmung. Die innere geistige Vision einer Idee, eines Erlebnisses ist das Vorbild, das der Maler in seinem Werk zu realisieren versucht, nicht die Natur, die sichtbar vor seinen Augen dasteht. Es entsteht so ein Bild, das nicht die Kopie eines Naturvorganges ist, (...) sondern eine Neuschöpfung, die neben der Natur als selbständiger Organismus lebt und eine künstlerisch geordnete Komposition der Gegenstände dem vielgestaltigen Chaos von Formen und Farben der Natur gegenüberstellt.“